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18.01.2019 – Interview der Börsen-Zeitung: IPO soll Visibilität erhöhen

Keine Sorge vor konjunktureller Abschwächung – Bewertung von ca. 50 Mill. Euro erwartet

Mit der auf Prozessautomatisierung und Digitalisierung für Industrie-4.0-Lösungen spezialisierten onoff geht am 14. Februar das erste deutsche Unternehmen dieses Jahres an die Börse. Im Rahmen einer 25 Mill. Euro schweren Transaktion werden der Gesellschaft voraussichtlich rund 10 Mill. Euro zufließen.

Von Christopher Kalbhenn, Frankfurt

Börsen-Zeitung, 18.1.2019
Am 14. Februar wird die auf Prozessautomatisierung und Digitalisierung für Industrie-4.0-Lösungen spezialisierte onoff als erstes deutsches Unternehmen dieses Jahres an die Börse gehen. Die von der MWB Wertpapierhandelsbank begleitete Kapitalmarkttransaktion, die ein Angebot von neuen Aktien, eine Umplatzierung sowie eine Mehrzuteilungsoption vorsieht, wird ein Gesamtvolumen von rund 25 Mill. Euro haben, sagte Finanzvorstand Uwe Ganzer der Börsen-Zeitung. Dem Unternehmen würden schätzungsweise rund 10 Mill. Euro zufließen, die Marktkapitalisierung voraussichtlich bei ca. 50 Mill. Euro – vorbehaltlich der festzulegenden Bookbuilding-Spanne – liegen. Die Aktie wird im Scale-Segment der Deutschen Börse notieren.

Das 1988 gegründete Unternehmen mit Sitz im Wunstorf bei Hannover, das etwas mehr als 160 Mitarbeiter beschäftigt, erwirtschaftete 2017 einen Erlös von 15,1 Mill. und ein Ebitda von 1,3 Mill. Euro. Nach Einschätzung des Research-Hauses Solventis beliefen sich Erlös und Ebitda 2018 auf 18,1 Mill. und 1,5 Mill. Euro. Für 2019 und 2020 prognostiziert Solventis Erlös und Ebitda mit 23,1 und 28,7 Mill bzw. mit 2,5 und 3,9 Mill. Euro. Ganzer, der betonte, dass onoff nur eine sehr geringfügige Nettoverschuldung aufweise, bezeichnete das eigene Geschäft als sehr konjunkturresistent. „Wir haben keine Sorge vor einer konjunkturellen Schwäche, weil wir nichtzyklische Industrien bedienen. Wir haben langjährig gewachsene Kundenbeziehungen und hohe
Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber.“ 50 % des Geschäfts wird mit Kunden der Pharma- und Biotechbranche erwirtschaftet, darunter prominente Namen wie Boehringer Ingelheim und Roche. 15 % entfallen auf die Nahrungs- und Genussmittelbranche, jeweils 10 % auf die Bereiche Wasser und Abwasser sowie Chemie und Industrie, 5 % auf Green Energy (Flüssiggasantriebe für Schiffe).

Das Alleinstellungsmerkmal von onoff sei, dass die komplette vertikale Integration der Prozessautomatisierung bis hin zu den Industrie-4.0-Stufen aus einer Hand geliefert werde, sagte Hartmut Dietrich, der als Chief Operating Officer das Unternehmen gemeinsam mit Ganzer führt. Die Lösungen von onoff ermöglichten den Kunden erhebliche Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen. „Wir wollen in den nächsten zehn Jahren der führende mittelständische Partner in der DACH-Region für Prozessautomatisierung, Industrie-4.0-Lösungen und Digitalisierung sein“, formulierte Dietrich die Vision des Unternehmens.

Als Risiko für onoff nannte Ganzer den Faktor Personal. onoff sei in einem Markt unterwegs, in dem Spezialisten zunehmend knapp würden. Dies sei auch eines der Motive für das IPO, das die Visibilität des Unternehmens erhöhen solle. 65 % des Erlöses aus dem Börsengang sollen Ganzer zufolge in organisches Wachstum investiert werden. Dadurch sollen u. a. Möglichkeiten geschaffen werden, Mitarbeiter zu halten bzw. zu gewinnen. Ferner sollen Themen im Bereich 4.0 forciert und neue Geschäftsfelder vorangetrieben werden. 25 % seien für anorganisches Wachstum bzw. Akquisitionen vorgesehen, 10 % als strategische Reserve.

An dem Unternehmen sind die beiden Gründerfamilien Arneke und Bergman derzeit zu jeweils 47 % beteiligt. Sie werden nach der Börseneinführung mit einem Lock-up ihrer Anteile engagiert bleiben.

 

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